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HNA Bericht: Mann mit großem Gardemaß

31. 12. 2021

Nach 24 Jahren als Bürgermeister nimmt Heinrich Vesper zum Jahresende Abschied

 

Dorfplatz: Er zählt für den scheidenden Bürgermeister Heinrich Vesper wohl zu den schönsten Plätzen der Großgemeinde, der Platz in Willingshausen.

Willingshausen – Heinrich Vesper ist nicht nur bekannt als der Bürgermeister mit einem Gardemaß von über zwei Metern, sondern auch als ein Mann ungewöhnlicher Entscheidungen. Das bewies er vor 24 Jahren, gleich zu Beginn seiner ersten Wahlperiode als Bürgermeister von Willingshausen. Als die Gemeindevertreter ihm einen höhenverstellbaren Schreibtisch verweigerten, besorgte er sich kurzerhand Gittersteine, die er unter seinen Schreibtisch baute. Jetzt hatte er die Arbeitshöhe, die er aufgrund seiner Größe benötigte. Die Folgen: Den Besuchern reichte der Schreibtisch fast bis zur Schulter.

Vieles hat sich in den 24 Jahren von Vespers Amtszeit im Rathaus in Wasenberg geändert. Im Zimmer des Bürgermeisters steht nicht nur der passende Schreibtisch, die Möbel sind hell, nicht mehr dunkel, und an den Wänden hängen Kunstwerke der Stipendiaten. Eine Ecke ist reserviert für einen persönlichen Kalender mit Bildern seiner Familie. Überall finden sich im umgestalteten Rathaus Kunstwerke jedes Stipendiaten und in Büros und Sitzungsräumen haben Computer und EDV einen festen Platz gefunden. „Es ist mein Stil, der hier zu sehen ist“, sagt Vesper und in der Stimme liegt ein leichter Ton von Wehmut, dass er all dem nun Adieu sagen muss.

Die Arbeit als Bürgermeister war in der ersten Periode von vielen Auseinandersetzungen im Parlament geprägt. Auch wenn es in den folgenden Jahren zuweilen ruhiger wurde, für Vesper „gehört das zum Geschäft“. Gefreut habe er sich, wenn er als Sieger aus den Scharmützeln hervorging. Dabei habe er immer wert auf das das Feedback bei den Bürgern, oder wie Vesper sagt „Bürjern“ gelegt. Besuche bei Geburtstagen und Jubiläen seien keine Pflicht, sondern die Möglichkeit, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben. Dort bekam der parteiunabhängige Amtschef Rückendeckung, Lob, Kritik und Anregungen. Bei Projekten habe es manchmal aber viel Überzeugungskraft gekostet, die Bürger mitzunehmen. Beispielsweise bei der Dorferneuerung oder beim Kanal- und Straßenbau, der damals die Menschen finanziell stark belastete. Doch unter dem Strich sei in den 24 Jahren viel erreicht worden. Möglich machten dies gute Kontakte in die jeweiligen Ministerien in Wiesbachen. Jetzt sei die Gemeinde nahezu einmal „runderneuert“, scherzt Vesper. Saniert seien die meisten Kanäle und Wasserleitungen, Feuerwehren und Dorfgemeinschaftshäuser auf einem guten Niveau. Eng geknüpft seien die Beziehungen zur Melanchthonschule Steinatal – „diese Schule ist ein Wert an sich für die Gemeinde“ - und mit der neuen, gemeinsamen Grundschule sei ein wichtiges Projekt verwirklicht worden. Auch wenn es zunächst auf großen Widerstand gestoßen sei. Vor allem der Standort war lange heftig diskutiert und abgelehnt worden. Und die alten Schulhäuser, seien inzwischen verkauft und werden neu genutzt. Auch hier habe sich gezeigt, dass ein Bürgermeister auch Wege gegen den Mainstream einschlagen muss, um ein Ziel, von dem er überzeugt ist, zu erreichen, sagt Vesper. Das gehe aber nur mit dem „Rückhalt aus der Bürgerschaft“.

Eine große Rolle spielten die Kunst und die Schwälmer Tracht. „Vorher hatte ich wenig Berührungspunkte mit der Kunst, doch ich lernte ihre Bedeutung für Willingshausen kennen, vor allem die untrennbare Verbindung von Kunst und Tracht“, sagt Vesper. Deshalb erwarb die Gemeinde von jedem Stipendiaten mindestens ein Werk. Inzwischen sind es 60 Objekte, die im Rathaus ausgestellt sind oder im Depot lagern. Welchen Stellenwert die Kunst und die Künstlerkolonie international haben, zeigte sich bei der Jahrestagung der europäischen Künstlerkolonien 2013. Damals gaben sich zu Symposien internationale Vertreter in Willingshausen die Klinke in die Hand. Nun nach 24 Jahren ist Schluss. Der Bürgermeister, der sich nach Vespers Vorstellung aus einem Dreiklang aus Verwaltung, Repräsentanz und Politik zusammensetzt, überlässt die Brücke im Rathaus seinem Nachfolger.

„Die Arbeit im Rathaus war ein wichtiger Teil von mir, und hat mich stets bereichert. Deshalb bereue er keinen einzigen Tag und würde wieder Bürgermeister werden wollen.“ Und nun? „Zunächst wird es sich wohl anfühlen wie Urlaub“, vermutet Vesper. Langeweile werde er wohl nicht haben. „Es wird auch im Ruhestand neue, spannende Wege geben - nur eben anders.“
Bericht u. Foto Rainer Schmitt.

HNA Ausgabe 30.12.2021

 

Bild zur Meldung: Foto+Text Rainer Schmitt, HNA

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