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Künstlerstipendium Willingshausen

Die Willingshäuser Malerkolonie ist die älteste Malerkolonie Europas. Sie wurde um 1830 von Gerhardt von Reutern begründet und erlebte im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Blütezeit. Zahlreiche namhaften Künstler wie z.B. Ludwig Emil Grimm, Carl Bantzer, Jacob Dielmann, Otto Ubbelohde, Wolfgang Zeller, Ludwig Knaus, Wilhelm Thielmann oder Adolf Lins verweilten in Willingshausen. An diese historische Tradition knüpft das Künstlerstipendium, welches seit 1996 durch die : Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, SV Sparkassen-Versicherung, Kreissparkasse Schwalm-Eder, Art regio (Ein Kulturengagement der Sparkassenversicherung), dem Schwalm-Eder-Kreis und der Gemeinde Willingshausen getragen wird. Jährlich werden zwei Stipendien mit einer Aufenthaltsdauer von jeweils 3 Monaten im Malerdorf Willingshausen vergeben. 

 

Die Stipendiaten wohnen im denkmalgeschützten "Hirtenhaus" .Atelier und Ausstellungsraum bietet das künstlerische Zentrum des Gerhardt-von-Reutern-Haus mitten im Ort. Das Künstlerstipendium knüpft in eigener, innovativer Weise an die Künstlerkolonie an. Die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Rolle in der Kunstgeschichte, die relative Abgeschiedenheit der ländlichen Region sowie unmittelbare Kontakte und Begegnungen mit kunstinteressierten Menschen sind besondere Merkmale dieses Stipendiums. Es unterstützt und fördert besonders begabte junge Künstlerinnen und Künstler, indem es einerseits gute Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten bietet, andererseits mit einer Ausstellung und einem Personalkatalog erstmals größere Öffentlichkeit herstellt und neue Möglichkeiten des Zugangs zu Sammlern, Galerien und zu weiteren Förderungen erschließt.

Künstlerstipendianten 2017

Robert Sturmhoevel

Robert Sturmhoevel

Exposé für das Künstler/innen Stipendium Willingshausen 2017

 

Kurze Stellungnahme

 

Wer sich mit meiner bisherigen Arbeit auseinander setzt, wird bemerken, dass außergewöhnliche Orte einen gewissen Reiz bei mir auslösen. Es beginnt immer mit einer aufmerksamen Beobachtung und einer anschließend tiefen Auseinandersetzung, bis ein Punkt erreicht wird, bei dem mein Drang, erzählerisch zu intervenieren, jene Orte zu einem Teil meiner Bildwelten werden lässt. So entstehen in fragmentierenden Arbeitsprozessen großformatige Erzählungen, serielle Bildfolgen oder auch malerische Objekte.

 

Ich forsche dabei an einer alternativen Bildsprache, die sich auf den ersten Blick weder in dem erzählten Motiv noch in der begrifflichen Diskussion um (Ab)Bildhaftigkeit vollständig verorten lässt. Meine Bilder provozieren damit eine Zwiesprache mit dem Gegenüber, weil sie von einem offenen Widerspruch zwischen Illusion des Gegenstandes (Motivs) und einer malerischen Setzung leben. Ich würde mich selbst in dieser Arbeitsweise durchaus als modernen Romantiker bezeichnen.

 

Ich konnte mir dank vergangener Besuche bereits ansatzweise ein Bild von Willingshausen machen und will sagen, dass es mich sehr reizt, hier für eine gewisse Zeit zu arbeiten. Wie sich meine Arbeit entwickeln wird, kann ich im Vorfeld aber nicht sagen. Es wird sehr davon abhängen, was ich vor Ort und im Leben dort entdecke und was davon ich – malerisch transformiert - erzählen will.

 

Darüber hinaus werde ich im Januar 2017 zum ersten Mal Vater und hatte mich bereits darauf eingestellt, meine künstlerische Arbeit ein wenig zurückzustellen. Ein Aufenthalt in Willingshausen wäre für mich jedoch die optimale Gelegenheit, sowohl Arbeit als auch Familie miteinander vereinbaren zu lernen, was mich sehr freuen würde.

 

>> Portofolio

Joey Arand

Joey Arand

Exposé für das Arbeitsstipendium für Künstler/innen in Willingshausen

 

»Die Fremde ist herrlich, solange es eine Heimat gibt, die wartet«

(Erika Mann)

 

In vielen meiner Arbeiten thematisierte ich bereits die „Fremde“ und die sogenannte „Heimat“ - einen Begriff, der sehr typisch deutsch ist, in anderen Sprachen aber noch nicht einmal existiert. Mich persönlich beschäftigt das Thema, weil ich gerne und viel reise und es interessant finde, welche veränderten Sichtweisen Ortswechsel auslösen.

 

Wenn ich meine eigene Heimatstadt als Teppich darstellen müsste, würde ich das gerne, rückblickend auf meine Kindheit, in Form eines Spielteppichs tun. Das sind flache, mattenartigen, geknüpfte oder bedruckte  Teppiche, auf denen Kinder spielend Autos und Figuren hin und her schieben können. Der Teppich würde meinem Gefühl nach mit Straßen und Orten meiner Kindheit „bespielt“ werden, naiv, bunt, harmlos und voller sich kreuzender Wege, symbolisch für die Menschen, Orte und Situationen, auf die ich getroffen bin.

 

Aus dieser Vorstellung eines eigenen Teppichs heraus entwickelte ich die Idee, mehrere Teppiche herzustellen, allerdings nicht nur alleine, sondern in Kontakt mit anderen Menschen. Als Grundlage recherchierte ich bereits viel über die Herstellung von Teppichen und deren Geschichte und ließ mir während meines Studiums in der Textilwerkstatt der Kunsthochschule mehrere Techniken beibringen, wie man Teppiche knüpfen, weben oder taften kann.

 

In Wilingshausen würde ich gerne meine Arbeit mit einer Werkschau von meinen bisherigen Arbeiten beginnen, die mit Heimat und Fremde zu tun haben, um das Gespräch von vornherein öffentlich zu führen. Danach würde ich gerne mit Kindern Teppiche entwickeln, die ihre Heimat darstellen, und mit Erwachsenen in Kontakt treten, die auf Ebay-Kleinanzeigen ihre Teppiche verkaufen.

 

Schwerpunkt meiner Arbeit wird sein, meine persönlichen Teppiche zu meinen jeweiligen Heimaten zu erstellen.

 

 

Joey Arand studierte bei Volko Kamensky und Prof. Jan Peters (Klasse Film und bewegtes Bild) sowie bei Prof. Martina Bramkamp (Trickfilmklasse), beschäftigt sich aber auch mit anderen Medien. Die meisten ihrer Arbeiten handeln von gesellschaftlichen Themen, häufig mit einem Augenzwinkern

 

Ausstellungen (Auswahl):

„Wer schön sein will...“ bei „zu Gast im Präsidium“ der Universität Kassel (2017); „haarig“ im „Hinterconti“ in Hamburg (2016);  „Wartezimmer“ bei der Ausstellung „Examen“ in der Documentahalle Kassel (2016);  „Widernatürlich? Widersprüchlich! Reproduktive Rechte im Kontext von Technologien“ mit dazugehörigem Workshop bei der Bundesfrauenkonferenz der Grünen in Hannover (2016); „Haartuch“ im Rahmen der Ausstellung „im Dickicht der Haare“ in der GrimmWelt Kassel (2016)

Filmfestivals (Auswahl):

„Altern“ (2016): Kunstmesse in der Documentahalle, DokFest Kassel, Hessen Talents Berlin; „Iran“ (2015): Hessischer Hochschulfilmtag Kassel, GoEast Wiesbaden, Filmmuseum Frankfurt;

„Victoire“ (2014): Dokfest Kassel, EDGE/ Genf, Bundesjugendfestival Film

Preise (Auswahl):

1. Platz „Justi“ der Jugendstiftung Mainspessart (2016)

1. Platz „Video der Generationen“ des Bundesjugendfestival Film (2015)

Stipendien / Projektförderungen:

Otto-Braun-Stipendium (2016); Reisekostenunterstützung SHOSTA der Universität Kassel (2016); Hessische Filmförderung (2015/ 2016); Reisestipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks (2013/14)

 

 

 

Das Künstlerstipendium wird unterstützt von:

Das Arbeitsstipendium in der Künstlerkolonie Willingshausen wird getragen von der >Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, art regio – einem Kulturengagement der Sparkassenversicherung, der >SV SparkassenVersicherung, der >Kreissparkasse Schwalm-Eder, der Gemeinde Willingshausen und dem >Schwalm-Eder-Kreis. Es beinhaltet je drei Monate Arbeitsaufenthalt mit Atelier und Wohnung, die Ausstellung der Ergebnisse der entstandenen Arbeiten in der Kunsthalle des Gerhardt-von-Reutern-Haus in Willingshausen und eine Unterstützung für die Produktion eines Katalogs.

 

 

 

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Ansprechpartner :

Frau Rockensüß

Gemeinde Willingshausen

Tel.: 06691/963032

Unterstützt von :

Gemeinde Willingshausen

 

 

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