Künstlerstipendium Willingshausen

Die Willingshäuser Malerkolonie ist die älteste Malerkolonie Europas. Sie wurde um 1830 von Gerhardt von Reutern begründet und erlebte im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Blütezeit. Zahlreiche namhaften Künstler wie z.B. Ludwig Emil Grimm, Carl Bantzer, Jacob Dielmann, Otto Ubbelohde, Wolfgang Zeller, Ludwig Knaus, Wilhelm Thielmann oder Adolf Lins verweilten in Willingshausen. An diese historische Tradition knüpft das Künstlerstipendium, welches seit 1996 durch die : Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Kreissparkasse Schwalm-Eder Art regio - Ein Kulturengagement der Sparkassenversicherung, dem Schwalm-Eder-Kreis und der Gemeinde Willingshausen getragen wird. Jährlich werden zwei Stipendien mit einer Aufenthaltsdauer von jeweils 3 Monaten im Malerdorf Willingshausen vergeben.
Die Stipendiaten wohnen im denkmalgeschützten "Hirtenhaus" .Atelier und Ausstellungsraum bietet das künstlerische Zentrum des Gerhardt-von-Reutern-Haus mitten im Ort. Das Künstlerstipendium knüpft in eigener, innovativer Weise an die Künstlerkolonie an. Die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Rolle in der Kunstgeschichte, die relative Abgeschiedenheit der ländlichen Region sowie unmittelbare Kontakte und Begegnungen mit kunstinteressierten Menschen sind besondere Merkmale dieses Stipendiums. Es unterstützt und fördert besonders begabte junge Künstlerinnen und Künstler, indem es einerseits gute Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten bietet, andererseits mit einer Ausstellung und einem Personalkatalog erstmals größere Öffentlichkeit herstellt und neue Möglichkeiten des Zugangs zu Sammlern, Galerien und zu weiteren Förderungen erschließt.
Künstlerstipendium 2013
Verena Waldmüller 28. Juni bis 28. Juli
Verena Waldmüller baut Maschinen; Architekturen aus Maschinenteilen, Baumaterial und gefundenen Gebrauchsgegenständen. Sie sind so sauber und fachmännisch installiert, wie man das von neu eingebauten Maschinen in der Industrie kennt, und so professionell, als hätte ein Maschinenbauer sie entwickelt. Sie scheinen deshalb auch eine Funktion zu haben, die zwar für einen Laien undurchschaubar ist, die zu erkennen man aber einem Fachmann zutraut. Gleichzeitig gibt es darin improvisierte Verbindungen, Materialien und Objekte, die Zweifel aufkommen lassen, weil deren emotionale und formale Wirkung größer ist als ihre – mögliche – Funktion.
Es ist ein seltsam trockener Humor, der Verena Waldmüller herumtreibt ihre Umgebung zu beobachten. In ihren Skulpturen verschneidet sie die Faszination an den komplexen Ingenieurs- und Industrie-Design-Leistungen mit der Alltagswahrnehmung, dem Nachvollziehen, Wiedererkennen und Empfinden. Sie nutzt diesen Fundus als Baukasten für einen spielerischen Umgang, der ihre Fantasie und die des Betrachters in Bewegung setzt. Verblüffend, dass diese technoiden Skulpturen etwas haben, was auch antike Skulpturen auszeichnet: Schönheit.
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Nina Kaun 22. November bis 20. Dezember
Nina Kaun hat sich als Grafikerin ganz dem Erfinden und Erzählen von Geschichten verschrieben. Ausgangspunkt ist u.a. die tagebuchartige Aufzeichnung ihrer Träume. Ihr Interesse erschöpft sich allerdings nicht im Aufzeichnen der Träume, dem was sich nachts in ihrem Kopf vom Tag und aus der persönlichen Geschichte verarbeitet: Figuren, Menschen und Tiere, Orte und Abenteuer, Ängste und Wünsche, Entscheidungen und Werte. Das alles ist ihr vielmehr die Basis für neue, eigene Geschichten, die ihre Träume überformen und die sie dann mit offenen Augen entwickelt.
Collage und Montage, die Aufhebung des perspektivisch einheitlichen Raums, assoziative Sprünge und fantastische Metamorphosen, wiederkehrende Motive und vieles andere mehr bestimmen ihre Arbeitsweise. In der Druckgrafik, besonders im Siebdruck, hat sie dafür ideale Voraussetzungen gefunden. In der Beobachtung solcher Ereignisse auf dem Blatt findet sie neue bildnerische Erzählformen, wachsen eigenwillige Geschichten und finden oft – auch für die Autorin – ein überraschendes Ende.
Das Stipendium wird getragen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, art regio (ein Kulturengagement der Sparkassenversicherung), der Gemeinde Willingshausen und dem Schwalm-Eder-Kreis
Ansprechpartner :
Frau Rockensüß
Gemeinde Willingshausen
Tel.: 06691/963032
Unterstützt von :

- Gemeinde Willingshausen

