Künstlerstipendium Willingshausen


Die Willingshäuser Malerkolonie ist die älteste Malerkolonie Europas. Sie wurde um 1830 von Gerhardt von Reutern begründet und erlebte im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Blütezeit. Zahlreiche namhaften Künstler wie z.B. Ludwig Emil Grimm, Carl Bantzer, Jacob Dielmann, Otto Ubbelohde, Wolfgang Zeller, Ludwig Knaus, Wilhelm Thielmann oder Adolf Lins verweilten in Willingshausen. An diese historische Tradition knüpft das Künstlerstipendium, welches seit 1996 durch die : Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Kreissparkasse Schwalm-Eder Art regio - Ein Kulturengagement der Sparkassenversicherung, dem Schwalm-Eder-Kreis und der Gemeinde Willingshausen getragen wird. Jährlich werden zwei Stipendien mit einer Aufenthaltsdauer von jeweils 3 Monaten im Malerdorf Willingshausen vergeben. 

 

Die Stipendiaten wohnen im denkmalgeschützten "Hirtenhaus" .Atelier und Ausstellungsraum bietet das künstlerische Zentrum des Gerhardt-von-Reutern-Haus mitten im Ort. Das Künstlerstipendium knüpft in eigener, innovativer Weise an die Künstlerkolonie an. Die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Rolle in der Kunstgeschichte, die relative Abgeschiedenheit der ländlichen Region sowie unmittelbare Kontakte und Begegnungen mit kunstinteressierten Menschen sind besondere Merkmale dieses Stipendiums. Es unterstützt und fördert besonders begabte junge Künstlerinnen und Künstler, indem es einerseits gute Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten bietet, andererseits mit einer Ausstellung und einem Personalkatalog erstmals größere Öffentlichkeit herstellt und neue Möglichkeiten des Zugangs zu Sammlern, Galerien und zu weiteren Förderungen erschließt.




Künstlerstipendium 2010

Daniela Witzel und Michael Göbel kommen nach WillingshausenWie das Kuratorium des Künstlerstipendiums Willingshausen mitteilte, hat die älteste Künstlerkolonie Europas für 2010 zwei neue Stipendiaten nominiert: Daniela Witzel wird von März bis Juni Gast in der Schwalm sein, Michael Göbel im Anschluss von Juni bis September. Daniela Witzel, geb. 1984 in Staßfurt, Absolventin der Kunsthochschule Kassel, hat ihren Schwerpunkt in der Zeichnung. Sie studierte Illustration bei Prof. Hendrik Dorgathen und gründete 2007 mit Gleichgesinnten die Galerie und den Verlag „rotopol“ in Kassel. Dort sind bereits ihre ersten zwei Bücher erschienen: „Die Kolonie“ (2008) und „Aus Angst die Schatten könnten fliehen“ (2009). Daniela Witzels Zeichnungen – Einzelblätter, Skizzenbücher, Bild-Erzählungen – folgen nicht einfach ihren selbst erfundenen fantastischen Erzählungen oder ihren einfühlsamen wie kritischen Beobachtungen der Alltagswelt, sie entwickeln ein zeichnerisches Eigenleben auf dem Blatt, erfinden sich ständig eine neue Sprache, eigene Bild-Räume, die in seltsamem Dialog zum Thema und Text ein mehrfaches Sehen und Lesen erfordern. Dabei vermeidet sie, einen festgelegten grafischen Stil zu entwickeln, sondern versucht, sich auf allen Ebenen des Zeichnens (und Schreibens) stets selbst zu überraschen und so authentisch zu sein.Daniela Witzel hat sich vorgenommen, in der ihr zu Verfügung stehenden Zeit die Leute in und um Willingshausen nach ihren Geschichten zu befragen, gleichzeitig aber auch mit wachen Augen durch die Dörfer und Landschaften zu gehen, um ihre Zeichnungen zu finden.Michael Göbel, geb. 1973 in Kassel, studierte Bildende Kunst bei den Prof. Alison Knowles, Rob Schulte und Urs Lüthi, bei dem er 2002 auch seinen Abschluss machte. Seitdem arbeitet er als freier Künstler – und auch als Kurator – in Kassel. Michael Göbel lässt sich in seinen Medien nicht festlegen, macht Zeichnungen, malt Bilder, baut Skulpturen und ganze Räume. Dabei geht es ihm nicht darum, in persönlicher Handschrift die Welt zu kommentieren, vielmehr holt er sich deren Bilder aus den Medien, den Produkten und Architekturen, den Wünschen und Vorstellungen, Gewohnheiten und Normen und transformiert sie zu exemplarischen Modellen. Auch Michael Göbel will sich vor Ort inspirieren lassen, sucht das „blind date“, so wie er es in Varna/Bulgarien (2007), Erlangen/Deutschland (2008) und Reggio Emilia/Italien (2008) bereits erfolgreich getan hat – im Gepäck wie die Maler des 19. Jhdts. – nur sein spezifisches künstlerisches Interesse, sein Sehen, Denken und Arbeiten.Das Stipendium wird getragen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, ArtRegio – einem Kulturengagement der SparkassenVersicherung, dem Schwalm-Eder-Kreis und der Gemeinde Willingshausen.Bernhard Balkenhol, Kurator

 


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Ansprechpartner :

Frau Rockensüß

Gemeinde Willingshausen

Tel.: 06691/963022