Ausstellungen 2012
„Ich und die Wirklichkeit“

14. JANUAR — 4. MÄRZ 2012
Veranstalter : WTB
Die Ausstellung von Anett Frontzek, Michael Göbel, Barbara Wrede und Uta Zaumseil vereint vier formal, technisch und inhaltlich sehr eigene Wahrnehmungen und Konstruktionen von Realität. Skulpturen, Linolschnitte,
Zeichnungen, Collagen und Papierschnitte laden den Besucher ein, sich in die vier Wirklichkeiten der KünstlerInnen zu begeben und aus den vorgefundenen
Versatzstücken wie mit Bausteinen eine eigene Welt zu kreieren.
Michael Göbel möbliert seine bildhauerische Welt mit Hoch- und Jägerständen, Monoblock Stühlen und anderen Sitzmöbeln, mit Einfamilienhäusern und kompletten Hotelanlagen am Inselstrand.
Höchst real, ja sogar amtlich, ist das Material, das Anett Frontzek für Ihre Papierschnitte und Collagen verwendet. Skitourenkarten der Schweiz bieten immaterielle Vorschläge auf Weiß zu wandeln an.
In Uta Zaumseils Holzschnitt „Besuch auf dem Lande“ erstrahlen Lichter wie Ufos am dunklen Firmament.
Barbara Wrede hat Zeitungsbilder gesammelt und diese mit eigenen Texten kombiniert. Aus der Kombination von medialer Wirklichkeit und subjektiver Wahrnehmung entstand die Serie „Über das Verschwinden“.
Mit dieser Ausstellung wird die offizielle Eröffnung des Kunstjahres 2012 gefeiert. Es wird ein musikalisches Rahmenprogramm mit „Squeeze Me“(Vocal- und Mainstreamjazz ) geboten.
Künstlerkolonie Willingshausen – Zwischen Tradition und Moderne
8. MÄRZ — 16. APRIL 2012
Veranstalter: e.on-mitte / wtb
In der Ausstellung wird die Geschichte der Künstlerkolonie mit all ihren Facetten präsentiert: die zunächst realistische, später impressionistische Malerei, die Fotografie, die in Willingshausen für eine ländliche Gegend sehr früh Einzug hielt, die „Bantzer-Zeit“ bis hin zur zeitgenössischen Kunst der
Stipendiaten. Ursprünglich entstanden sind die Malerkolonien aus dem Interesse der Künstler heraus, die ländliche Bevölkerung und die ursprüngliche
Natur direkt – Pleinair – zu erfahren und darzustellen. Die Künstler schufen realistische Genre- und Landschaftsszenen, aber auch Porträts, in denen sie
besondere Persönlichkeiten der Landbevölkerung verewigten.
Die Künstler brachten auch die Fotografie nach Willingshausen und diesem Umstand ist es zu verdanken, dass bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts das Leben der Landbevölkerung in zahlreichen Fotografien festgehalten wurde. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Bildband mit historischen Fotografien zum Alltagsleben der damaligen Zeit.
Das Stipendium setzt die Tradition der Künstlerkolonie fort und bringt junge Künstler nach Willingshausen, die sich mit den Menschen und dem Leben auf dem Land auseinandersetzen.
Ausstellungsort:
Foyer Unternehmensleitung
E.ON Mitte
Monteverdistraße 2
34131 Kassel
Ausstellungszeiten:
Mo: - Fr: 14.00 — 18.00 Uhr
So: 11.00 — 18.00 Uhr
Ludwig Knaus – Zum 102. Todestag
- Zigeunermädchen
17. MÄRZ — 10. JUNI 2012
Veranstalter: Vereinigung Malerstübchen
Aus Anlass seines zurückliegenden 100. Todestages wird mit Ludwig
Knaus (1829 – 1910) einer der bedeutendsten Künstler in der Geschichte Willingshausens geehrt. 1849 begannen seine regelmäßigen Studienaufenthalte in der Schwalm, die bis 1881 dauerten und sein
weltweit geachtetes malerisches Werk prägten. Mit seinen Bilderzählungen vom Leben auf dem Lande und seinen Studien des bäuerlichen Milieus beeinflusste Knaus die Entwicklung des Realismus in der deutschen Malerei und galt zu Lebzeiten als der wichtigste Genremaler seiner Epoche.
34. Stipendiatenausstellung
17. JUNI — 7. JULI 2012
Veranstalter: Gemeinde Willingshausen
Seit 1996 wird jährlich an zwei junge Künstler ein Stipendium vergeben,
das von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, art-regio (einem Kulturengagement der SparkassenVersicherung), dem Schwalm-Eder-
Kreis und der Gemeinde Willingshausen getragen wird. 2012 werden die 34. und 35. Stipendiaten empfangen und eweils für drei Monate das „Hirtenhaus“ bewohnen. Am Ende ihrer Schaffenszeit werden die Werke in Einzelausstellungen präsentiert, zu denen begleitend Kataloge erscheinen. Mit dem Stipendium wird die Tradition der Künstlerkolonie fortgeführt.
Ingeborg Mengel: Malerei und Grafik

- Seerosen (Ausschnitt), 1993
14. JULI — 26. AUGUST 2012
Veranstalter: Vereinigung Malerstübchen
Es war ein Zufall, der die aus Kastellaun im Hunsrück stammende Künstlerin Ingeborg Mengel (1921-2006) nach Alsfeld führte. Während der Kriegsjahre
hatte sie in München und Frankfurt einige Semester Kunst studiert und im Frühjahr 1945 ihre Verwandten besucht, als ihr der Einmarsch amerikanischer Truppen den Rückweg abschnitt. Später heiratete sie den Architekten Karl-
August Mengel und fand in der kleinen Ortschaft Alsfeld-Altenburg ihren Lebensmittelpunkt. Fortan waren die Städte, Dörfer und Landschaften ihrer näheren Umgebung sowie Porträts ihre bevorzugten Motive. In den 70er
Jahren kamen Schwälmer Trachtendarstellungen hinzu.
Zur der Zeit, als Ingeborg Mengel sich der Darstellung der Schwälmer
Tracht widmete, hatte diese bereits ihren ehemaligen Status innerhalb
der dörflichen Gesellschaftsordnung verloren. Nur bei besonderen
Anlässen wie Heimatfesten und Trachtenumzügen holte man die in
mühsamer Handarbeit gefertigten und teilweise auch sehr kostbaren
Kleidungsstücke aus den Truhen hervor.
Die Ausstellung präsentiert außerdem eine reiche Auswahl von Landschaften aus dem Vogelsberg und der Schwalm sowie Ansichten aus Fulda, Lauterbach und ihrer Heimatstadt Alsfeld, die sie aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln
festhielt. Besondere Beachtung verdient aber das druckgrafische Oeuvre der späten Schaffensperiode, das – vielleicht am deutlichsten in den Farbradierungen – Die Künstlerin auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und einer formal vereinfachten Bildsprache zeigt.
Ink Trifft Ludwig Emil Grimm

- Frau Haber, 2010
1. SEPTEMBER — 28. OKTOBER 2012
Veranstalter: WTB
Zwischen den Zeichnungen von Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce, kurz Ink, und den Radierungen von Ludwig Emil Grimm, dem Bruder der berühmten Märchensammler, lassen sich einige Parallelen feststellen. Obwohl fast 200
Jahre Kunstgeschichte zwischen ihnen liegen, scheinen beide von ähnlicher Intention angetrieben: Menschen möglichst realistisch darzustellen. Dabei geht es nicht um das reine Abbilden von Äußerlichkeiten, sondern ist Anspruch,
auch das Innere, also den Charakter des Menschen einzufangen und für
den Betrachter sichtbar zu machen. Während bei Ludwig Emil Grimm
nicht alle Radierungen mit dem Namen der Dargestellten betitelt
sind, personalisiert Ink ihre Zeichnungen indem sie die Namen der Portraitierten preisgibt. Auch wenn bei beiden Künstlern ein Bestreben zu erkennen ist, konkrete Personen darzustellen, stehen diese für Typen.
Beispielsweise wird der junge Wanderer von Ludwig Emil Grimm bei
Ink zu einem Tramper mit I-Phone in der Hand und somit Ausdruck
der heutigen Gesellschaft. So ist die Auseinandersetzung der Künstlerin
mit ihrem Vorbild oft auch von einer ironischen Note geprägt.
Grimms Märchen im Bild
AUSBLICK 2013 (MITTE JANUAR — 10. MÄRZ 2013)
Veranstalter: Vereinigung Malerstübchen
Zweihundert Jahre nach dem ersten Erscheinen der durch die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm gesammelten „Kinder- und Hausmärchen“ präsentiert die Vereinigung Malerstübchen Willingshausen e.V. in Zusammenarbeit mit
dem Brüder Grimm-Museum Kassel eine Geschichte ihrer Illustration.
Seit Ludwig Emil Grimm, dem zeichnenden Bruder der Märchensammler,
hat es in jeder Generation bildliche Näherungen an die vielfältigen Märchenstoffe gegeben, um sie anschaulicher und kindgerechter zu machen, aber auch, um ihnen über die Illustration jene innere Einheit zu geben, die sie von ihrer Herkunft aus diversen Quellen verschiedener Kulturregionen nicht haben. Ihren beispiellose Siegeszug und Welterfolg verdanken die Grimmschen Märchen auch ihrer reichen, vom Trivialen bis zum Hochkünstlerischen reichenden Bebilderung, deren Geschichte die Willingshäuser Ausstellung
exemplarisch vorstellt. Gezeigt werden u. a. Arbeiten von Ludwig Emil Grimm, Otto Ubbelohde, Heinrich Vogeler, Wilhelm M. Busch, Werner Schinko und Albert Schindehütte.
35. Stipendiatenausstellung
22. NOVEMBER — 20. DEZEMBER 2012
Künstler werden noch vorgestellt.
Veranstalter: Gemeinde Willingshausen
